BRS-Neujahrsempfang in Gersweiler unter traurigem Stern.

Am 12. Januar fand in gewohnter Weise der Neujahrsempfang der BRS-Gersweiler in der Turnhalle der Grundschule Gersweiler statt. Wie in den vergangenen Jahren gewohnt, mit vielen Vereinsmitgliedern und deren Familien, wie in den vergangenen Jahren gewohnt, die Bilderwand mit zahlreichen Fotos, die die sportlichen Erfolge des vergangenen Jahres 2019 wieder in Erinnerung rufen sollen.

Doch etwas war nicht wie gewohnt. Etwas Gewohntes, das einfach fehlte, etwas, was die Stimmung beim diesjährigen Neujahrsempfang beträchtlich drückte. Edmund Minas, der 1. Vorsitzende. Die Person, die Dreh- und Angelpunkt war; die den Verein nach vorne gebracht hatte; die, dem eine Vielzahl sportlicher Erfolge zu verdanken sind; die, der Sportler des BRS-Gersweiler in die Weltrangliste und zur Paralympics trainiert hatte; die, dem die BRS-Gersweiler die Bogenschießanlage zu verdanken hat; die, der die Migration von Menschen mit und ohne Handicap vorangetrieben hatte wie kein anderer; die, der die Vereinsaufgaben des BRS-Gersweiler zu seiner Lebensaufgabe gemacht hatte: Er fehlte.
Sichtlich schwer fiel es dem 2. Vorsitzenden, Bernhard Altmeyer, die richtigen Worte der Begrüßung zu finden. Eine Laudatio auf die Vielzahl der Aktivitäten von Edmund Minas zu erörtern, die bevorstehende Neuausrichtung des Vereins auszulegen. „Wir, der amtierende Vorstand, werden mit all unserer Kraft versuchen, den Weg, den Edmund geebnet hat, weiter zu gehen, seine Ziele der Migration zwischen Menschen mit und ohne Handicap zu verfolgen, die sportlichen Erfolge unserer Sportler weiterhin zu fördern, die Deutsche und Internationale Meisterschaft in Para-Boccia wieder nach Gersweiler zu holen, die Weltrangliste wieder in Gersweiler begrüßen zu dürfen“.
Auch Isolde Ries, Bezirksbürgermeisterin des Saarbrücker Westens, fielen die Worte schwer. Selbst seit Jahrzehnten Mitglied im BRS-Gersweiler und geübte Rednerin, gingen die Worte schwer über die Lippen. „Einen Menschen und Freund wie Edmund Minas zu ersetzen ist schier unmöglich. Was er für den Behindertensport in Saarbrücken getan hat, wie er ihn geprägt hat, ist einzigartig und sucht seines gleichen“. „Ein Ruheloser, wenn es um Menschen ging“.
Bernhard Altmeyer kündigte im Anschluss noch die Neuerungen für das Jahr 2020 an. „Im März dieses Jahres muss, bedingt durch den Heimgang des ehemaligen 1. Vorsitzenden Edmund Minas, der Vorstand neu gewählt werden. Auch einige Satzungsänderungen stehen diesbezüglich an, die das Vereinsrecht vorsieht“. Dazu lud der 2. Vorsitzende bereits mündlich die Vereinsmitglieder ein, eine schriftliche Einladung dazu ergehe noch. Thomas Blaess, Kassierer der BRS-Gersweiler, bat darum, dass sich die Vereinsmitglieder etwas mehr in den Verein einbringen könnten. „Das, was Edmund in den vergangenen Jahren organisiert hatte, müssen wir nun auf mehrere Schultern verteilen“. Eine Maßnahme, die nicht nur ein Problem beim BRS-Gersweiler darstellt, denn leider engagieren sich immer weniger Menschen in der Vereinsarbeit. Ein Phänomen, das das „Kulturgut“ Verein vielerorts gefährdet.