Tag der offenen Tür im Bogenschießzentrum der BRS Gersweiler war ein „treffsicherer“ Erfolg.

„Übung macht den Meister“ Besucherin beim Übungsschuss unter der Anleitung des
dreifachen Deutschen Meisters Carmelo Gangarossa

(J.K.) Die wohl erste öffentliche Veranstaltung im August eines Sportvereins im Saarbrücker Westen war die Einweihung des Erweiterungsbaues des Bogenschießzentrums Gersweiler, in der Aschbachstraße 40, gleich neben der Grundschule in Gersweiler.
Aber nicht nur das; an diesem Tag wurde auch dem Gründer der Gesamtanlage gedacht.
Demjenigen, dessen unermüdlichem Treiben der Verein die Entstehung des Bogenschießzentrums zu verdanken hat. Ein Visionär im Ehrenamt für den Sport. Einen Weg zu gehen, um Menschen mit und ohne Handicap zu vereinigen, war seine Mission. Und die ist ihm wahrlich gelungen. Leider verstarb der Gründervater des Bogenschießzentrums und langjähriger erster Vorsitzender der BRS Gersweiler mit gerade mal 68 Jahren im vergangenen Jahr.
„Er war ein aus dem Gemeinschaftsleben in Gersweiler nicht weg zu denkender Mensch, der seine größten Verdienste um die Behinderten- und Rehabilitationssportgruppe erworben hat“, so die Vizepräsidentin des Behinderten- und Rehabilitationssports, Landesverband Saarland, Isolde Ries. Und daher fand ihr Antrag bei der letzten Mitgliederversammlung der BRS Gersweiler, das Bogenschießzentrum nach seinem Gründervater zu benennen, eine breite Zustimmung. „Er hat, so Ries weiter, die BRS 27 Jahre lang als Vorsitzender geführt – das wird es nicht mehr geben, dass jemand so lange Zeit einen Verein führt und mehrere Positionen ausfüllt, wie es Edmund getan hat“. Edmund Minas war mehr als ein Sachwalter sportlicher Erfolge. Ihm ging es beim Behindertensport nie um einen Selbstzweck, sondern um ein wichtiges Feld zur Sicherung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben. Wer erleben durfte, mit welcher tiefen menschlichen Zuneigung er sich seinen Sportlerinnen und Sportlern im Verein in Gersweiler widmete, auch als Bundestrainer Boccia – einfühlsam, humorvoll, so es sein musste, aufmunternd – der hat gemerkt, dass es ihm natürlich um die Sache ging, aber eben vor allem auch um jeden einzelnen Athleten, um jeden einzelnen Menschen.
Heute gehören die Sportler der BRS Gersweiler, Boris Nicolay und Anita Raguwaran dem Nationalkader im Boccia an, sind auf internationalen Turnieren wie auch den Paralympics gelistet und weltweit unterwegs. Die Mannschaft der BRS Gersweiler wurde 2019 zum vierten Mal in Folge Deutscher Meister im Hallenboccia. Nicht zu vergessen die sportliche Leistung von Katharina Schett bei den Paralympics 2008 und 2012 im Bogensport.
„Ohne Edmund Minas gäbe es das Bogenschießzentrum nicht“, so Isolde Ries. „Deshalb ist es nur richtig, eines seiner Lebenswerke nach ihm zu benennen“.
Seit dem 15.08.2020 trägt nun die Bogenschießanlage in Gersweiler-Ottenhausen den Namen „Edmund Minas Bogenschießzentrum“